Merseburger Anmerkungen

Nichts ist für die Ewigkeit und Städtebilder sind seit jeher dem Wandel unterworfen. Es gibt nur wenige, meist kleine Städte, deren städtischer Gesamteindruck vergangene Bauepochen prägend wiedergeben. Merseburg gehört nicht hierzu. Bürgerliche Wohnhausbauten und Fachwerkbauten prägten seit Jahrhunderten das Stadtbild. Protzige Stadtpaläste reicher Bürger hat es hier nicht gegeben, da der umsatzträchtige und geldbringende Handel knapp an Merseburg vorbei ging und in Leipzig abgewickelt wurde. Die Stadt Leipzig lag an der Kreuzung der Via Regia (vom Rheinland nach Osteuropa) und der Via Imperi (von Italien zur Ostsee) und die der Stadt Leipzig verliehenen Privilegien förderten den Handel und Fernhandel und somit den Wohlstand. Merseburg dagegen war auch während der Zeiten als Bischof- und Pfalzstadt nie eine reiche Stadt gewesen und einfache Kaufleute, Handwerker und Bauern prägten im Wesentlichen die Einwohnerschaft. Auch der im Jahr 1426 erfolgte späte Beitritt Merseburgs zur Hanse  förderte das Wirtschaftsleben nur unwesentlich. Einschneidende Veränderungen des Stadtbildes bewirkten mehrere verheerende Stadtbrände, die im 2. Weltkrieg erfolgten etwa 20 Bombardierungen sowie die Rekonstruktion zu DDR-Zeiten. So gibt es in Merseburg nur noch wenige Wohnhäuser aus Spätgotik, Renaissance und Barock.