Schulen

Bürgerschule

Dom-Gymnasium

Aus dem Buch: Halle und Merseburg: historisch und topographisch dargestellt, von Carl Weise, 1824

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übernommen aus domgym-mer.de

Geschichte

Die Geschichte des Domgymnasiums kann in mehrere Abschnitte eingeteilt werden.


Die Stiftschule am Dom zu Merseburg 1543-1815

Die Stiftschule am Dom zu Merseburg wurde nicht im Jahre 1543 gegründet, sondern am 1.Juli 1575 von Kurfürst August von Sachsen. !543 jedoch wurde diese das erstemal geschichtlich erwähnt. Zu dieser Zeit herrschte ein Streit zwischen dem Domstiftkapitel und dem Kollegium der Inspektoren (bestand aus Bürgemeister und Vertretern der Stiftstände). Das Kollegium der Inspektoren setzte sich durch und bestimmte fortan das Lehrprogramm, Lehrziel und Schulgesetze. Die Anzahl der Lehrer stieg innerhalb weniger Jahre von vier im Jahre 1583 bis auf sieben im Jahre 1668. Genug von den Lehrern, nun zu den Schülern. Es gab zuerst zwei Klassen, welche später anwuchsen auf sechs Klassen. Die Lehrzeit betrug sechs Jahre.Das Ziel war es die Hochschulreife zuerreichen. Innerhalb des dreißigjährigen Krieges wurde die Schule 1630 wegen der Pestseuchen für ein viertel Jahr geschlossen. 1666 erhielt die Schule unter Christian dem Älteren eine neue fürstliche Oberbehörde. Diese erließ am 4.5. 1668 ein neues Schulgesetz. Durch den Tod von Herzog Heinrich im Jahre 1738 erlosch das Haus Sachsen-Merseburg und das Stift ging wieder in den Besitz der Kursachsen. Dies bedeutete, dass die Schule wieder zu einer Schule unter vielen wurde und  hatte zu Folge, dass manche Fächer (Rechnen,Schreiben) vernachlässigt wurden.

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Der Übergang der Merseburger Stiftschule in das preussische Schulsystem 1815-1830

Die o.g. Mängel in der Schule wurden nach und nach behoben. Grundlage dazu war die Süvernsche Instruktion von 1812. Darin wurden die Leistungen und Kenntnisse bestimmt,  welche von den Abiturienten (-innen) zu fordern sind. Zu dieser Zeit wurden erstmals Fachlehrer eingesetzt sowie Lehrerkonferenzen abgehalten. Dadurch trat eine Einheitlichkeit in Verwaltung und Unterrichtsteilung auf. Da in dieser Zeit hohe Ansprüche an die Schüler gestellt wurden, ging die Schülerzahl zurück. Im Jahre 1830 waren es nur 122.

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Das Domgymnasium zu Merseburg 1830-1945

Die rasche Entwicklung auf ökonomischem und naturwissenschaftlichem Gebiet hinterließ ihre Spuren in Merseburg. Es kam Geld in die sonst so leeren Kassen. Es konnten neue bzw. alte Häuser gebaut oder restauriert werden. So wurde zum Beispiel 1892 das Ständehaus auf der Altenburg gebaut oder 1878 der Grundstein für ein neues Gebäude der Domschule gelegt. Das neue Gymnasium war gebaut. Deutschland zur Kaiserzeit, Erster Weltkrieg, Goldene 20er Jahre, Inflation, Weltwirtschaftskrise, Faschismus, Zweiter Weltkrieg - all dies hatte seine Spuren an den Gebäuden des Domgymnasiums hinterlassen. Die Gebäude der Oberschule der Jungen wurden zerstört, dadurch gingen diese Schüler auch in unsere Häuser. Es bildeten sich Gemeinsamkeiten heraus, wie etwa der berühmte Ruderklub Merseburg.(wer kennt den schon wieder?)

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Die Ernst-v.-Harnack-Oberschule 1946-1959

Diese Schule wurde ab da erstmals unter sowjetischer Schulreform geleitet. Das Domgymnasium hieß von nun an Ernst-von-Harnack-Oberschule (kurz: OS). Jetzt teilte man das Gymnasium erstmals in neu- und altsprachliche Zweige und naturwissenschaftliche Zweige auf. Das Haus am Domplatz beherbergte die Klassen 9-12. Bis jetzt gab es hier nur Jungen, im Zuge der Koedukation im Jahre 1950 wurden auch Mädchen zugelassen.

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Die Ernst-Haeckel-Oberschule (EOS) 1959-1991

Diese Schule entstand aus einer Zusammenlegung der Ernst-von-Harnack-Oberschule und der Käthe-Kollwitz-Schule in den Jahren 1959 bis 1960. Es war eine hektische Angelegenheit, da viele Bauarbeiten noch durchgeführt werden mußten. Das entsprach dem Wunsch der politischen Führung im Kreis Merseburg. Es traten Veränderungen im Unterricht auf. Man teilte die ehemaligen Sprachklassen A, A/C und C in R-Klassen auf (erweiterter Russisch-Unterricht). Durch die Veränderung kam es auch zu einer Verkürzung des Unterrichts von 6 auf 4 Jahre. In der Ausbildung spielte die vormilitärische Erziehung eine besondere Rolle. Man trainierte in zentralen Ausbildungslagern der GST (Gesellschaft für Sport und Technik).

Nach der Wende 1989 veränderte sich die EOS. Die Klassen fuhren nach dem Mauerfall spontan nach Westberlin, nach dem die Freude über den Fall der Mauer erst nicht besonders groß war. Ab Februar 1990 hielt man Kontakte mit den Gymnasien in Bottrop und Paderborn. In diesem und den folgenden Jahren fand auch eine Besuchsfahrt zu den dortigen Schulen statt. Mit Beginn des Schuljahres 1990/91 hatte die EOS die erste demokratische legitimierte Schulleitung mit Dr. Böhm als Rektor. Er hatte als erster die Idee, das Domgymnasium neu zu gründen.

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Das Domgymnasium Merseburg ab 1991

Wie im 16. Jahrhundert aus der alten bischöflichen Domschule und den verschiedenen Klosterschulen die neue "Stiftsschule am Dom zu Merseburg" wurde, so werden 1991 die Traditionen verschiedener zum Abitur führender Schulen in der Stadt Merseburg vereinigt zum neuen Domgymnasium, das sich schon mit seinem Namen zur über tausendjährigen Tradition der Merseburger Domschule bekennt. Es wird am 27. September 1991 mit einem Festakt im Dom feierlich eröffnet. Die Wiedereröffnung des Domgymnasiums mit Hilfe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegialstifts Zeitz ist das Ergebnis der gemeinsamen Initiative des Rektors Dr. Böhm, des Bürgermeisters Hübner und der evangelischen Domgemeinde zu Merseburg.

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Uhse, Erdmann

Erdmann Uhse wurde 1677 in Guben geboren und schloss sein Studium der Philosophie 1698 in Leipzig ab. Von 1711 bis zu seinem Tod 1730 leitete er als Rektor das Domgymnasium zu Merseburg.

Der Kupferstich zeigt das Porträt als Brustbild in einem ovalen Rahmen mit barocker Drapierung. Uhse trägt eine Allonge-Perücke und hält die rechte Hand vor die Brust. Die Darstellung steht auf einer Säulenbasis mit der Inschrift: "Erdmann Uhse, Rector Gymnasii Martisburgensis."

Erdmann U., Polyhistor, ist am 1. December 1677 als der Sohn eines Handwerkers in Guben geboren, besuchte seit 1695 die Universität in Leipzig, wo er die Vorlesungen von Carpzov, Olearius, Günther, Mencke u. A. hörte, und wurde 1698 zum Magister der Philosophie promovirt. Am 3. Juni 1711 trat er sein Amt als Rector des Merseburger Domgymnasiums an, nachdem er vorher eine Berufung an das Rectorat in Thorn abgelehnt hatte. Hier lebte er in eifrigster Hingabe an seinen Beruf und widerstand selbst der Versuchung Professor an der Universität Leipzig zu werden. Nach 19-jähriger Amtsthätigkeit starb er am 5. September 1730.

| U. war einer jener, im ausgehenden siebzehnten und beginnenden achtzehnten Jahrhundert so häufig vorkommenden, Vielschreiber, deren reiche schriftstellerische Production im umgekehrten Verhältnisse zum litterarischen Werthe des Geleisteten stand. Es ist die Zeit, wo neben den in ihren Mußestunden schaffenden Poeten und den vom Bettel lebenden Casualdichtern sich ein Berufslitteratenthum zu entwickeln begann, ein Stand, dem es damals weniger um selbständiges Schaffen als um Massenveröffentlichungen compilatorischer Arbeiten zu thun war. Erdmann U. ist ein typischer Vertreter dieser Schriftsteller, die sich Namen und Nebenerwerb durch rastlose Beschäftigung der Druckerpressen zu schaffen bemüht waren. Von seinen frühesten Veröffentlichungen ist die "Kirchen-Historie des XVI. und XVII. Jahr-Hunderts" (Leipzig 1710) für diese Art litterarischer Thätigkeit besonders bezeichnend. v. Seckendorff's Historia Lutheranismi, die Memorabilia ecclesiastica seculi XVII von Carolus, Jäger's Historia ecclesiastica und Gottfried Arnold's Kirchen- und Ketzerhistorie werden rücksichtslos ausgeplündert, was allerdings zeitgenössische Recensenten nicht hindert, das Werk "einiger wohlgerathener Zusätze" wegen, sehr warm zu empfehlen. Von gleichem wissenschaftlichem Werthe waren sein "Leben der berühmtesten Kirchen-Lehrer und Scribenten" (Leipzig 1710) und das "Leben der Röm. Kayser, Historie von Julio Caesare bis auf Carl den VI" (Leipzig 1712) oder das "Leben der Könige in Frankreich" (Leipzig 1710). Eine Reihe lexikalischer Arbeiten ohne selbständiges Gepräge schließt sich an, die aber alle nicht den nachhaltigen Erfolg hatten wie sein "Wohl-informirter Redner worinnen die Oratorischen Kunst-Griffe vom kleinesten bis zum größten durch kurze Fragen und ausführliche Antwort vorgetragen werden", von dem 1727 die neunte Auflage erscheinen konnte. Hier werden in katechetischer Form Anweisungen zur Abfassung von Reden gegeben, aber von dem banausischen Geiste, der das ganze Werk durchweht, legen schon die beigefügten Musterreden Zeugniß ab, unter denen sich eine "Weihnachts-Andacht ohne R" und eine "Leichen-Abdanckung ohne R" für die "von Natur schnarrenden aber durch die Kunst lieblich-redenden Prediger" finden. Auch sein "wohlinformirter Poet" (Leipzig 1724) steht auf gleicher Höhe künstlerischer Anschauung und unterscheidet sich in nichts von den geistlosen öden Poetiken, denen U. in seinem Büchlein nachgestrebt hat. Eine Art praktische Beispielsammlung zu diesem theoretischen Werke, das in Form und Ausführung sich an den wohlinformirten Redner anschließt, lieferte U. in der, gegen 1400 Seiten umfassenden Anthologie "Des neueröffneten Musen-Cabinets aufgedeckte Poetische Wercke" (Leipzig 1715), wo Gelegenheitsdichtungen jeder Art, für Hochzeiten sowol als für "Erbauung neuer Börsen, Zucht-Waisen- und andere Häuser" für "Beziehung neuer Logementen", "erlangte Majorennität" u. dgl. veröffentlicht werden. Einzelne dieser Reimereien stammen wol von U. selbst, namentlich die von Merseburg datirten, aber die meisten flossen aus der Feder reimender Gelehrter, die sich U. durch den Abdruck ihrer Poesien zu verbinden wußte. Nur solchen Beziehungen hatte es U. zu danken, daß seine zahlreichen Veröffentlichungen so wohlwollende Aufnahme und er selbst so häufig ehrende Anerkennungen erlangen konnte, zu denen ihn seine mannichfachen litterarischen Leistungen ebensowenig berechtigen wie sein meist für den augenblicklichen Zweck zusammengerafftes Wissen, das er mit polyhistorischer Oberflächlichkeit ebenso rasch zu erwerben als zu verwerthen wußte.

Christoph Cellarius (1638-1707) Rektor des Domgymnasiums

Christoph Cellarius - mit bürgerlichen Namen Christoph Keller - wurde 1638 in Schmalkalden geboren. Er studierte ab 1656 in Jena, später in Gießen und schloss 1666 im Fach Philosophie ab. Nach Anstellungen in Weißenfels, Weimar und Zeitz, erfolgte 1688 seine Berufung als Rektor an das Merseburger Domgymnasium. 1693 erhielt er eine Professur für Rhetorik und Geschichte an der ein Jahr später offiziell gegründeten Universität in Halle (Saale). Mit seiner dreibändigen Historia Universalis (1702) wurde die Einteilung der Geschichtswissenschaft in Alte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte maßgeblich.
Der Kupferstich zeigt das Brustbild Cellarius mit Allonge-Perücke in einem ovalen Rahmen, plastisch vor einem neutralen Hintergrund. Unter dem Porträt befindet sich eine rechteckige Legende: "CHRISTOPHORUS CELLARIUS Nat: Smalcaldia 1638. 10. Kal. Decembr. denat Hala 1707. prid. Non. Jun."

Schülermütze - Domgymnasium Merseburg

Die Schülermützen wurden 1870 für alle weiterführenden Schulen eingeführt. Sie entsprachen dem Vorbild der Studentenmützen bzw. Studentenbaretts und dienten dazu, die Schüler nach Schulen und Klassenstufen zu unterscheiden. Dieses Modell besteht aus dem tellerförmigen Kopfteil aus violettem Hutfilz, an dessen unterem Rand eine umlaufende, schmale, silberne Litze angenäht ist. Die silberne Litze kennzeichnete die Schüler der Oberstufe (Obersekunda, Oberprima). Der kleine, schwarze Mützenschirm aus Kunststoff sitzt leicht nach links versetzt am Mützenrand. Innen ist die Schülermütze dunkelgrün abgefüttert und mit einem Schweißband aus braunem Kunstleder umnäht.

Jahresbericht über das Domgymnasium zu Merseburg 1856

Reform-Real-Gymnasium

Altenburger Schule

Königliches Lehrer-Seminar

Landwirtschaftliche Winterschule

Schulen ...aus einer Broschüre des Verkehrsvereins 1914